Warum sieht meine Wand nach dem Streichen nicht glatt aus?
Eine glatte Wand beginnt nicht mit der Farbe – sondern mit dem Untergrund.
Sie haben Ihre Wand frisch streichen lassen und trotzdem wirkt die Oberfläche unruhig, strukturiert oder zeigt kleine Unebenheiten? Das liegt häufig nicht an der Farbe, sondern an dem vorhandenen Untergrund.
Viele Kunden gehen davon aus, dass ein neuer Anstrich automatisch für eine glatte Wand sorgt. Tatsächlich kann Farbe vorhandene Strukturen, Unebenheiten und kleine Fehler sogar noch stärker sichtbar machen – insbesondere bei seitlichem Lichteinfall.
Was passiert beim Streichen?
Farbe ist in erster Linie eine Beschichtung. Sie gleicht keine größeren Unebenheiten im Untergrund aus.
Ist eine Wand beispielsweise:
- rau oder strukturiert,
- mehrfach überstrichen,
- ungleichmäßig gespachtelt,
- mit alten Tapeten versehen,
- von kleinen Rissen oder Beschädigungen geprägt,
bleibt diese Struktur nach dem Streichen in der Regel sichtbar. Eine neue Farbe macht aus einer unebenen Wand keine glatte Wand.
Warum sieht man Unebenheiten nach dem Streichen besonders gut?
Ein entscheidender Faktor ist das Licht: Große Fenster, Spots oder seitlich auf eine Wand fallendes Licht erzeugen sogenannte Streiflicht-Effekte. Kleine Unebenheiten werfen Schatten und werden dadurch sichtbarer. Deshalb kann eine Wand bei normalem Licht völlig ordentlich aussehen – und unter einer bestimmten Beleuchtung plötzlich jede kleine Unebenheit zeigen.
Unser Tipp:
Wenn Sie eine besonders hochwertige, glatte Oberfläche wünschen, sollte der Untergrund vor dem eigentlichen Anstrich entsprechend vorbereitet werden.
Der Weg zu einer glatten Wand
- Untergrund prüfen: Zunächst wird festgestellt, welche Beschaffenheit die vorhandene Wand hat. Ist sie tragfähig? Gibt es Risse oder Unebenheiten? Welche Beschichtung findet sich bereits auf der Wand? Erst danach lässt sich entscheiden, welche Vorbereitung notwendig ist.
- Spachteln und Ausgleichen: Unebenheiten werden je nach Zustand der Fläche gespachtelt und ausgeglichen. Bei höheren Ansprüchen an die Oberfläche kann eine völlige Bearbeitung notwendig sein (Stichwort: Qualitätsstufen Q1 – Q4)
- Schleifen: Nach dem Trocknen wird die Fläche geschliffen, um Übergänge und Unebenheiten zu beseitigen.
- Grundieren: Eine geeignete Grundierung sorgt für einen gleichmäßigen Untergrund und verbessert die Voraussetzungen für den anschließenden Anstrich.
- Hochwertiger Anstrich: Erst jetzt kommt die Farbe ins Spiel. Ein fachgerecht vorbereiteter Untergrund ermöglicht einen gleichmäßigen und hochwertigen Anstrich.
Warum dunkle Farben Unebenheiten stärker anzeigen
Dunkle Farbtöne können sehr elegant wirken. Gleichzeitig verzeihen die Unebenheiten häufig weniger als helle Farben. Auch glänzendere Oberflächen können Strukturen stärker hervorheben. Deshalb sollte bei der Farbgestaltung immer auch die vorhandene Oberfläche berücksichtigt werden.
Nicht jede Wand muss zwingend gespachtelt werden. Je nach Situation kann auch eine geeignete Vliestapete oder ein Glattvlies eine interessante Lösung sein. Wir beraten Sie gerne, welche Vorbereitung für Ihren gewünschten Farbton und die jeweilige Raumsituation sinnvoll ist. Jetzt Beratung anfragen.





